Also: Satchmo heißt er!

Wir haben unser Kuschelmonster nun also nach dem „greatest of all Jazz musicians“, Louis Daniel „Satchmo“ Armstrong (1901-1971) benannt


Louis Armstrong

… und gewisse Parallelen gibt es da tatsächlich – angefangen bei der Frage nach dem Geburtsdatum …:

Louis Armstrong selbst gab stets den 4. Juli, also den Unabhängigkeitstag der USA, des Jahres 1900 als sein Geburtsdatum an. Dies war insbesondere unter der schwarzen Bevölkerung der USA oftmals üblich, wenn das eigene Geburtsdatum und die Geburtsumstände nicht bekannt waren oder nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprachen… [siehe Wikipedia:Satchmo]


Diese etwas ausführlichere Biographie von Hans-Jürgen Schaal zum 100. Geburtstag Armstrongs (hjs-jazz.de) liest sich echt ganz interessant, z.B.:

Der berühmteste Trompeter aller Zeiten begann seine Karriere auf einem Lumpensammler-Wagen. Dort nahm er ein weggeworfenes Rohr zur Hand, es war der Rest einer Kindertrompete, krümmte Daumen und Zeigefinger um das eine Ende und blies zwischen seinen zusammengepressten Fingern hinein. Das war sein Signalruf, wenn er auf dem Pferdewagen mit durch die Straßen zog: Dann brachten die Leute ihren Schrott und ihre Fetzen heraus und die Kinder liefen begeistert dem Altwarenkarren hinterher.

Meeaaou! Mau. Mmmmau? Rrr-rr-mah-mrrr – Miiiaaauuu, määuh“ – das ist so ungefähr das Repertoire unseres zotteligen kleinen Satchmos … 😉

Und siehe da:

Nicht nur Armstrongs Trompete wurde gehört, auch seine Stimme ging um die Welt. Schon bei seiner dritten eigenen Aufnahme-Session (im Februar 1926) kam es zu jenem Vorfall, der als die Erfindung des Scat-Gesangs in die Jazz-Annalen einging: Mitten in einem kleinen Gesangsvortrag fiel Armstrong im Studio das Textblatt aus der Hand. Der Toningenieur bedeutete „Go ahead“ – und Armstrong fing an, die Melodie mit Fantasiesilben zu variieren und auszuschmücken, ganz in der Art, wie er Trompete spielte. (…) und die weißen Chicago-Musiker Armstrongs Scat im Chor mitsingen konnten: „Eef, gaff, mmmff, dee-bo, duh deedle-la bahm, rip-bip-ee-doo-dee-doot, doo…

Wie auch immer – Satchmo war jedenfalls in diverser Hinsicht bemerkenswert:

Eine politische Rolle spielte Louis Armstrong nicht erst in seinen letzten Lebensjahrzehnten. Als schwarzer Amerikaner, der von Menschen aller Länder und Hautfarben geliebt wurde, konnte er viele Barrieren niederreißen. Er war der Erste, der mit einer aus Weißen und Schwarzen gemischten Band aufnahm (1929). Er war der erste schwarze US-Künstler, der sich selbst im Radio ansagte (1931) – weil sich der weiße Moderator weigerte. Armstrongs komödiantisches Temperament, diese raffinierte Naivität, täuschte häufig darüber hinweg, dass er politisch bewusst handelte. Auch als Friedens-Botschafter und Vorzeige-Amerikaner, der sich vom Lumpensammler zum Millionär hochgearbeitet hat, war Armstrong kein willfähriges Werkzeug der US-Politik. Als der Gouverneur von Arkansas 1957 schwarzen Schülern den Besuch einer High School verbot, sagte Armstrong eine Good-Will-Tour nach Russland kurzerhand ab. Uncle Sams „Onkel Tom“ war er nie.

… und nicht zuletzt:

  • Es gibt nichts auf der Trompete, was nicht von ihm stammt, nicht mal im modernsten Jazz.“ – Miles Davis
  • Die Hot-Five-Aufnahmen konservierten den New-Orleans-Jazz und etablierten gleichzeitig den „modernen“ Thema-Soli-Thema-Aufbau. Sie wiesen Louis Armstrong als den authentischen und zugleich als den zukunftweisenden Trompeter aus. Sie waren reines Studio-Spiel und wurden doch zum Modell der Wirklichkeit. Armstrongs Fiktion erfand den Jazz, wie wir ihn kennen.
  • Louis Armstrong erfand nicht nur die „Grammatik“ des Jazz, er setzte auch viele Detail-Entwicklungen in Gang. Er war der erste schwarze Jazzmusiker, der Broadway-Songs ins Repertoire nahm und sie durch seine Aufnahmen zu Jazz-Standards machte.


Louis Armstrong (1953)

Hier nochmal die Quellenangaben/Links:

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